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Armatur tropft: Ursache eingrenzen und prüfen

Diese Anleitung zeigt Ihnen, wie Sie eine tropfende Armatur systematisch untersuchen, typische Schwachstellen identifizieren und wann ein Fachbetrieb erforderlich ist.

Geprüft am 19. September 2026 · Redaktion FixRohr

Systematische Fehlersuche am Auslauf

Wenn eine Armatur tropft, ist der erste Schritt die genaue Beobachtung des Wasseraustritts. Tropft es direkt aus der Auslauföffnung, während der Hebel geschlossen ist, liegt das Problem meist im Inneren der Armatur, oft an der Kartusche oder dem Ventilsitz. Tropft es hingegen unter dem Spültisch oder am Gehäuse der Armatur herunter, sind eher die Anschlussschläuche oder die inneren Dichtungen der Mischbatterie die Ursache. Schließen Sie zunächst das Eckventil, um den Wasserdruck zu nehmen, und trocknen Sie alle Bereiche vollständig ab, um den genauen Ursprung des austretenden Wassers exakt lokalisieren zu können.

Prüfung des Strahlreglers

Ein oft unterschriebener Grund für scheinbar tropfendes Wasser am Auslauf ist ein verkalkter oder verschmutzter Strahlregler, auch Perlatoren genannt. Schrauben Sie den Strahlregler vorne am Auslauf der Armatur ab. Nutzen Sie dafür bei Bedarf einen Lappen und eine Zange, um die verchromte Oberfläche nicht zu zerkratzen. Prüfen Sie das Innenelement auf Kalkablagerungen oder Schmutzpartikel. Ist das Sieb stark zugesetzt, staut sich das Wasser und tropft nach dem Schließen unkontrolliert nach. Reinigen Sie den Einsatz gründlich in Essigwasser oder tauschen Sie den Strahlregler aus, wenn die Dichtung spröde ist.

Zustand der Kartusche kontrollieren

Bei modernen Einhebelmischern regelt eine integrierte Kartusche den Wasserdurchfluss und die Temperatur. Ist diese Kartusche verschlissen oder haben sich Kalkkörner zwischen den Keramikscheiben festgesetzt, schließt sie nicht mehr komplett dicht. Um die Kartusche zu prüfen, muss die Armatur meist teilweise zerlegt werden. Hebeln Sie dazu die kleine Rot-Blau-Markierung am Hebel ab, lösen Sie die darunterliegende Inbusschraube und nehmen Sie den Bedienhebel ab. Betrachten Sie die freiliegende Kartusche auf Risse oder Kalkrückstände. Lässt sich der Hebel schwer bewegen oder tropft es kontinuierlich, ist die Kartusche defekt.

Anschlussschläuche und Dichtungen unten

Wird das Wasser im Unterschrank oder direkt unter dem Waschtisch feucht, liegt der Verdacht auf undichte Anschlussschläuche nahe. Fühlen Sie vorsichtig an den Verschraubungen der flexiblen Schläuche, die vom Eckventil zur Armatur führen. Häufig sind die dortigen O-Ringe oder flachen Dichtungen durch Alterung porös geworden. Prüfen Sie, ob die Überwurfmuttern am Eckventil fest sitzen. Achten Sie darauf, die Schläuche nicht zu verdrehen oder mit übermäßigem Kraftaufwand zu überdrehen, da dies die empfindlichen Dichtflächen im Inneren beschädigen und zu einem plötzlichen Wasseraustritt führen kann.

Eckventile als potenzielle Fehlerquelle

Nicht immer ist die Armatur selbst die Ursache für tropfendes Wasser. Auch die darunterliegenden Eckventile können undicht werden, besonders wenn sie betätigt wurden. Prüfen Sie den Spindelbereich des Eckventils auf Feuchtigkeit. Tritt dort Wasser aus, wenn das Ventil geöffnet oder geschlossen ist, hat sich die Stopfbuchsenpackung abgenutzt. Versuchen Sie nicht, alte Ventile mit Gewalt festzuziehen, da dies zum Abreißen des Gewindes führen kann. Ein tropfendes Eckventil muss im Zweifel ausgetauscht werden, was bei festsitzenden Altinstallationen jedoch Fachwissen erfordert.

Stoppsignale und Grenzen der Eigenleistung

Bei Arbeiten an Armaturen und Eckventilen gibt es klare Grenzen für die Eigenleistung. Lässt sich das Hauptwasser nicht über die Eckventile absperren, weil diese defekt sind oder klemmen, darf keinesfalls weitergearbeitet werden, da sonst ein unkontrollierter Wasserschaden droht. In diesem Fall muss der Hauptwasserhahn der Wohnung oder des Hauses geschlossen und sofort eine Fachfirma gerufen werden. Auch bei verdeckten Rohren in der Wand, festsitzenden Armaturen auf empfindlichen Natursteinbecken oder unklaren Undicherheiten im System ist die Hinzuziehung eines Sanitärfachbetriebs zwingend geboten.

Häufige Fragen

Warum tropft eine Armatur nach dem Schließen noch kurz nach?

Das ist oft Restwasser, das sich im Auslaufrohr befindet und langsam abläuft. Handelt es sich um ein Dauertropfen, liegt ein Defekt vor.

Kann man jede Kartusche reparieren?

Nein, Kartuschen sind geschlossene Verschleißteile und können nicht repariert, sondern müssen komplett ausgetauscht werden.

Muss man vor dem Wechseln das Wasser abstellen?

Ja, vor jedem Eingriff an Kartuschen, Schläuchen oder Ventilen müssen die Eckventile geschlossen oder das Hauptwasser abgestellt werden.

Quellen und Grenzen

Letzter Quellenabruf: 19. September 2026. Herstellerangaben, örtliche Regeln und die Beurteilung vor Ort können Vorrang haben.